Fachartikel · Enterprise Agreement · Oktober 2026

EA oder CSP 2026: wenn Microsoft Ihnen keine EA-Verlängerung mehr anbietet

Für mittelständische Unternehmen ist die Verlängerung des Enterprise Agreements (EA) keine Selbstverständlichkeit mehr. Microsoft kann Sie stattdessen ins CSP-Modell oder in einen Direktvertrag (MCA-E) überführen. Klären Sie Ihre Lage und Ihre Verhandlungspunkte, bevor der Verlängerungszeitraum beginnt.

Microsoft verlängert nicht mehr jedes EA

Immer mehr mittelständische Unternehmen erleben, dass Microsoft ihnen gar keine Verlängerung ihres EA anbietet. Microsoft überführt kleinere EA-Kunden seit einigen Jahren schrittweise ins CSP-Modell (Cloud Solution Provider) oder in einen Direktvertrag: MCA-E, das Microsoft Customer Agreement for Enterprise.

Eine veröffentlichte Grenze, die Sie selbst nachschlagen können, gibt es nicht. Keine Benutzerzahl, keinen Betrag. Ob es Ihr Unternehmen trifft, hängt von seiner Größe, seinem Markt und seiner Lizenzierung ab.

Klären Sie das deshalb, bevor der Verlängerungszeitraum beginnt. Mitten in der Verlängerung ist es zu spät. Wie Sie die Verlängerung selbst vorbereiten, steht in unserem Artikel zur Microsoft-Vertragsverlängerung.

Der Wechsel ist an sich nichts Schlechtes. Es ändert sich aber, worüber Sie verhandeln sollten.

Was Sie mit dem EA aufgeben

Das EA hat Ihre Preise für drei Jahre festgeschrieben. Die Bedingungen waren vorhersehbar. Es gab eine große Verhandlung beim Abschluss und keine Nachverhandlung während der Laufzeit. Für die Finanzplanung war das bequem.

Was CSP bietet und was es kostet

Im CSP-Modell ist die Lizenzmenge flexibel. Sie passen sie bei jeder Verlängerung an und sind nicht drei Jahre lang an eine zu große Menge gebunden. Eine große Vorabverpflichtung gibt es nicht.

Dafür ist der Preis nur für die Laufzeit des Abonnements fest, typischerweise ein Jahr. Und die Marge des Händlers sehen Sie nicht.

Auch die Flexibilität hat Grenzen. Unter NCE, den aktuellen Bedingungen im CSP-Modell, lässt sich ein Jahresabonnement nur innerhalb von rund 7 Tagen nach Kauf oder Verlängerung reduzieren. Entfernen Sie später eine Lizenz, wird sie frei, aber Sie zahlen bis zum Ende der Laufzeit weiter. Die Ersparnis kommt erst mit der nächsten Verlängerung. Für den Wechsel heißt das: Was Sie in ein neues Jahresabonnement mitnehmen, bezahlen Sie für die ganze Laufzeit.

Drei Punkte, die Sie vor dem Wechsel klären sollten

  1. Preisschutz und Abonnementmodell. Preisschutz wandert nicht automatisch mit ins CSP-Modell. Fragen Sie, wie die Laufzeiten Ihrer Abonnements eingerichtet sind. Beim Jahresabonnement ist der Preis im Abonnementjahr fest. Beim Monatsabonnement folgt er Microsofts aktuellem Listenpreis. In beiden Modellen schlägt eine Erhöhung des Listenpreises bei der nächsten Verlängerung durch. Dazu kommt seit dem 1. Oktober 2026: CSP-Serversoftware im Jahresabonnement kostet bei monatlicher Zahlung 5 % mehr als dasselbe Jahresabonnement mit Vorauszahlung. Das betrifft Windows Server, SQL Server, CALs und System Center. Jahresabonnements mit Vorauszahlung und Monatsabonnements sind von dieser Änderung nicht betroffen.
  2. Die Marge des Händlers. Im CSP-Modell legt der Händler seinen Aufschlag auf den eigenen Einkaufspreis selbst fest. Die meisten Händler nennen ihn nicht von sich aus. Fragen Sie nach der Zahl. Wie ein offener Preis aussieht, zeigt unser Artikel über cost + 1 %: unser Einkaufspreis beim Distributor plus 1 %. Dieser Aufschlag von 1 % ist keine Marge, unsere Einnahmen stammen aus der Beratung.
  3. Was Sie mitnehmen. Der Wechsel ist eine seltene Gelegenheit, ungenutzte Lizenzen abzubauen. Ein typisches Beispiel: gesperrte Konten von Beschäftigten, die im Vorjahr ausgeschieden sind, etwa ein ganzes Team. Die Konten sind weiter lizenziert, werden weiter abgerechnet und wandern unverändert in den neuen Vertrag. Lassen Sie ungenutzte Lizenzen zurück, denn was im neuen Jahresabonnement steht, zahlen Sie für die ganze Laufzeit. Wo sie sich verstecken, steht in unserem Artikel über ungenutzte Lizenzen.

Der häufigste Fehler

Nach unserer Erfahrung ist der häufigste Fehler, den Wechsel als reine Formsache zu behandeln. Die bestehende Lizenzierung wird einfach unverändert übertragen.

Sie wurde aber für das Unternehmen bemessen, wie es damals war. Seitdem ist es gewachsen, kleiner geworden oder hat sich neu organisiert. Prüfen Sie den Lizenzbestand deshalb, bevor Sie den neuen Vertrag unterschreiben.

Zeigen Sie uns, was übertragen werden soll. Wir sagen Ihnen, welche Teile Sie besser weglassen.

Was soll in den neuen Vertrag?

Zeigen Sie uns, was übertragen werden soll. Wir sagen Ihnen, welche Teile Sie besser weglassen.